100 - Jahr Chronik

 

 

 

In einer Zeit, in der die Zukunftperspektiven für unsere Verbindung immer mehr schwinden, ist  es anläßlich der 100-Jahr-Feier der KTV Ripuaria Bingen um so mehr angebracht, die Vergangenheit wach zu halten und 100 Jahre Ripuaria im Wandel der Zeit, besonders der Technik und Gesellschaft, nachfolgend zusammenzufassen.

Drei große Epochen hat unsere Verbindung in 100 Jahren erlebt:

1.          Die Gründerzeit mit dem euphorischen Aufbau, sowie der Gründung    
             des „Technischen Cartellverbandes Deutschland“ (TCV) bis zum Welt-
             krieg von 1900 – 1916.

2.          Die Reaktivierung nach der schwierigen Kriegszeit und das Wiedererstar-
             ken unseres Bundes bis zum Verbot des kompletten Corporationslebens
             in Deutschland durch die Machthaber des 3. Reiches von 1919 – 1938.

3.          Die Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg mit einer stürmischen 
             Entwicklung über 15 Jahre, dem stetigen Ausbau bis zum plötzlichen  
             gesellschaftlichen Wandel und dem Desinteresse am
             Farbenstudententum, das bis zum heutigen Tage anhält von 1949-2000.

Die zu unseren großen Stiftungsfesten 1960, 1975, 1985, 1990 und 1995 erschienenen Festschriften enthalten in größeren oder auch kleineren Abhandlungen immer wieder entsprechende Teile unserer Chronik. Zum 100. Geburtstag soll jedoch eine  zusammengefaßte, große Chronik folgen.

  Die 1.Epoche von 1900 – 1916

Die Urzelle der „Katholisch-Technischen Verbindung Ripuaria Bingen/Rhein“ lag im Jahre 1900 im katholischen Vereinshaus in Bingen als am 13.11.1900 die Gründungsstudenten 

Karl Hänggi/ Cicero, x
Heinrich Krebs/ Attila xx
Johann Fischer/ Cäsar  xxx
Paul Meyer/ Achill,  KW

sowie Paul Brühl, Fritz Groten, Karl Mohr, Rudolf Rüdiger, Adam Schmitt, Willi Schulte,  Eugen Schüttte und Alex Kurtenbach unter dem Namen „Verein katholischer Techniker (VkT) Unitas Bingen“, kurz danach geändert in „KTV Amicitia Bingen“, unseren Bund gründeten. Da diese Verbindung vom Leiter des damaligen Technikums, Prof. Hoepke, zunächst nicht genehmigt wurde, fand die offizielle Registrierung erst 1901 statt. Über diese Geburtswehen  schreibt unser Gründersenior Karl Hänggi in der Festschrift zum 60. Stiftungsfest einen  interessanten Artikel.Zu Beginn des Wintersemesters 1901/02 hatte die Aktivitas die Ehre , die ersten Ehrenmitglieder zu ernennen. Sie sind in der Aufstellung über alle Ehrenburschen und Ehrennadelträger unserer Verbindung in dieser Festschrift aufgeführt.

In den ersten Jahren begannen bereits die Bemühungen, mit gleichgesinnten Studentenvereinigungen an anderen technischen Lehranstalten in Verbindung zu treten. Nachdem im Jahre 1903 unsere Verbindung den Namen „KTV Ripuaria Bingen“ mit dem Wahlspruch „Pro Deo et Patria“ annahm, kam es im gleichen Jahr zum ersten Cartellverhältnis  zwischen „KTV Unitas Strelitz“ und „KTV Ripuaria Bingen“. Der im Sommersemester eingetretene Bundesbruder Jean Weißenfels/Hamlet legte zusammen mit Cartellbruder Hans Olk von der „KTV Unitas Strelitz“ am 23.8.1903. auf dem Katholikentag in Köln den Grundstein zu dem heute in ganz Deutschland vertretenen „Technischen Cartellverband  (TCV). Durch sein Wirken als langjähriger Vorortspräside hat sich Bbr. Jean Weißenfels die größten Verdienste um den „Technischen Cartellverband“ und die Hochachtung aller  Cartellbrüder erworben.

 

Textfeld: Bild vom Gründer der KTV Ripuaria Karl Hänggii v./ Cicero ( Bild aus Festschrift 85 Jahre, Seite 25)
Mitgründer und 1. Senior der Ripuaria  
Karl Hänggi v./ Cicero 

Textfeld: Bild vom Gründer des TCV Jean Weißenfels v./Hamlet ( Bild-Original v. J. Dahlem)
Mitgründer und Ehren-VOP des TCV
Jean Weißenfels v./ Hamlet


Das Jahr 1904 brachte unter dem Senior Jean Weißenfels der KTV Ripuaria besonderes Ansehen in Bingen und im TCV. Es wurde das Wappen der KTV Ripuaria geschaffen, und die Schaffung des TCV-Korrespondenzblattes fiel ins gleiche Jahr. Als 1906 eine zweite katholische Verbindung in Bingen, die KTV Lätitia, das Wachsen zweier katholischer Verbindungen erschwerte, kam es vernünftigerweise zu einer Verschmelzung der beiden Verbindungen unter Beibehaltung des Namens „KTV Ripuaria Bingen“. Sitz und Konstante waren im „Mainzer Hof“.

Das erste Banner der „KTV Ripuaria“ wurde beim 7. Stiftungsfest 1907 zu Pfingsten in der Pfarrkirche feierlich geweiht. 1909 gelang es dem bereits im Beruf stehenden Bbr. Jean Weißenfels die Zeitschrift „Ripuaria“ als Korrespondenzblatt des Altherrenverbandes vieteljährlich herauszugeben. Ein erster Rückschlag im Leben der „KTV Ripuaria“ erfolgte  1912, als in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar der gesamte „Mainzer Hof“ abbrannte und  alle katholischen Vereine ihr Hab und Gut verloren. Der Wiederaufbau ging so zügig voran,  daß „Ripuaria“ ihr 13. Stiftungsfest wieder im neu erbauten Saal des „Mainzer Hof“ feiern konnte. Im Jahre 1914 fand das letzte Stiftungsfest vor dem 1.Weltkrieg statt Viele aktive Bundesbrüder eilten zu den Fahnen, wie es damals hieß. Mit dem letzten GC und BC am 7.3.1916 war das Verbindungsleben erloschen.

Textfeld: Bild vom Mainzer Hof“ (aus 85 Jahr-Festschrift, Seite33)
Der „Mainzer Hof“ mit der 1. Konstante vor dem Brand 1912

Die 2. Epoche von 1919 – 1938

Nach dem 2. Weltkrieg wurden in der Zeit vom Oktober 1919 bis Januar 1920 unter dem  Vorsitz des aktiven Bundesbruders Tornes v./Ajax und unter Mithilfe des Alten Herren Lorenz  Hesse v./ Stöpsel die ersten Schritte zum Wiederaufbau der „KTV Ripuaria“ getan. Nach drei Jahren in begeisternder Wiederaufbaustimmung gab es wieder wegen strenger Maßnahmen der Besatzungsbehörden und der Geldentwertung einen Rückschlag im Verbindungsleben.

Aber das großartige 25-jährige Stiftungsfest unter Leitung des damaligen Seniors Heinz Schmitz v./Rheo zeigte, daß „Ripuaria“ die schwere Zeit bis 1925 gut gemeistert hatte.Das  Stiftungsfest verbunden mit dem 17. großen Cartelltag muß in der Ripuarengeschichte eines der größten Ereignisse gewesen sein. Die anschließend eingeführten jährlichen „Westdeutschen Ripuarentage“, z.B. in Köln, Düsseldorf, Krefeld und Bonn brachten jeweils  große Beteiligungen und vertieften den Kontakt zwischen den einzelnen Cartell- und Bundesbrüdern.

Zu Anfang des Wintersemesters 1929/30 brach ein Streik der Studierenden des Rheinischen  Technikums aus, der die langersehnte Couleurfreiheit außerhalb des Collegs brachte. Hierüber berichtet in einer längeren Abhandlung das Korrespondenzblatt Nr.4 des TCV vom1.1.1930, wiedergegeben in der Festschrift zum 85. Stiftungsfest der „KTV Ripuaria“. Es war die Zeit, wo Vaterlandsliebe, Treueschwüre und Eiderneuerung auf ein neues Banner im Vordergrund standen. Wahrscheinlich als moralischer Widerstand gegen die damalige Besatzungsmacht, die dann endlich am 30. Juni 1930 das Rheinland räumte. Das 30-jährige Stiftungsfest hatte dann nochmal eine ganz große Beteiligung und einen glänzenden Verlauf.

Als dann 1934 der Reichsminister des Inneren die neue Verfassung der „Deutschen  Studentenschaft“ verkündete – ebenfalls nachzulesen in der Festschrift zum 85. Stiftungsfest –  war die Zeit für das Ende des traditionellen Corporationslebens eingeläutet worden. Der  Nationalsozialismus hielt an allen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen Einzug.  Aufgrund eines nationalsozialistischen Befehls mußte die endgültige Auflösung der Aktivitas dann am 26.10.1936 vorgenommen werden. Am 7.7.1938 mußte dann auch der Altherrenverband, der sich inzwischen „Alt-Kameradschaft Ripuaria“ unter einem „Bundesführer“ Josef Schiefer v./Cäsar nennen mußte, aufgelöst werden. Danach hielten nur noch die Stammtische untereinander Kontakt. 1944 kam dann der unvergessene Bbr. Heinz Schmitz v./Rheo mit seiner Familie bei einem Bombenangriff auf Bingen um. Dabei wurde auch das gesamte in seinem Haus aufbewahrte Inventar der „KTV Ripuaria“ vernichtet.

  

Die 3. Epoche von 1949 – 2000

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges öffnete 1945 die Binger Lehranstalt unter dem Namen „Rheinische Ingenieurschule Bingen am Rhein“ wieder ihre Pforten. Erste Ansätze zu neuem Verbindungsleben zeigten sich im Jahre 1948 trotz Verbot der Besatzungsbehörden. Im Frühjahr 1949 erhielten alle erreichbaren Ripuaren durch den Stammtisch Frankfurt/Main ein Rundschreiben. Daraufhin trafen sich zahlreiche „Alte Herren“ zum Rochusfest 1949 in Bingen. Die Alten Herren Heinrich van Kaick v./Amor und Heinrich Germann v./Bummel  warben mit Hilfe von Pfarrer Heberer die ersten katholischen Studierenden für Ripuaria an. An  der Reaktivierung waren unter dem ersten Senior Karl Gönner v./Amor vier weitere Bundesbrüder beteiligt.

Das 50. Stiftungsfest zu Pfingsten 1950 war dann unter dem neu gewählten AH-Präsiden Carl  Jeanmart v./ Schwips aus Köln und unter dem Senior Mathias Berg v./Achill schon wieder ein  glänzendes Fest. Vollwichs und Banner waren wieder beschafft worden. AH Jean Weißenfels hielt eine begeisternde Festrede.Das 3 Tage dauernde Fest war Stadtgespräch in Bingen. Die Folgejahre brachten eine stürmische Entwicklung in der Ripuaria. Mit Begeisterung und  viel Erfolg wurde geworben, so daß die Aktivitas manchmal über 30 aktive Mitglieder hatte.  Wir hatten in der Zeit auch gute Senioren, so daß unser Ehren-Altherrenpräside Heinrich van  Kaick v./Amor zum Stiftungsfest 1975in die Festschrift schrieb: „Fast gilt das Gesetz: Guter Senior – Gute Aktivitas“! Die damalige Qualität unserer Aktivitaten war sehr gut. Ripuaria war überall engagiert, sehr angesehen und gehörte zu den führenden Verbindungen sowohl in Bingen als auch im TCV.

Ein besonderer Höhepunkt 1953 war das 50.Stiftungsfest mit 1.Cartelltag nach dem 2.  Weltkrieg des „Technischen Cartellverbandes Deutschland“ in Mannheim, bei dem die „KTV Ripuaria Bingen“ als Vorortscorporation den Festcommers schlug. Es bleibt für den Chronisten als damaliger Festsenior ein unvergeßliches Erlebnis.

1955 fand das Stiftungsfest unter großer Beteiligung zum 1.Mal im Oktober statt. Auf dem Generalconvent wurden in den AH-Vorstand gewählt:

Heinrich van Kaick v./Amor     AHx
Heinrich Germann v./Bummel   AHxx
August Schmidt v./Jolly     AHxxx

 

Textfeld: Bild von der Aktivitas beim 50. Stiftungsfest der Ripuaria (Original)

 


 Die Aktivitas beim 50.Stiftungsfest der KTV Ripuaria Bingen
unter ihrem 1. Senior nach dem 2. Weltkrieg Mathias Berg v/Achill

 Wie auch in der Blütezeit nach dem 1. Weltkrieg mit den damaligen, jährlichen  „Westdeutschen Ripuarentagen“ fand auf Initiative unseres unvergessenen Bundesbruders Josef Schieren v./Ajax aus Duisburg nun über viele Jahre  der „Niederrhein-Ferienstammtisch“ unter Beteiligung aller Cartellcorporationen im Hotel-Restaurant „Wolfsburg“, Mülheim, unseres Bundesbruders Ferdinand Bermes v./Perkeo statt. Es war jedes Jahr ein tolles Fest. In diese Zeit fiel auch die Gründung der KTV Dispargia Duisburg durch mehrere Bundesbrüder der KTV Ripuaria Bingen und Cartellbrüder der KDStV Guelfia Würzburg (1957).

  Ein jährlicher Höhepunkt für die Aktivitas war das in diesen Jahren durchgeführte  „Zirkelmalen“ im Morgenbachtal bei Trechtingshausen, welches allerdings schon in den Jahren um 1925 bestand. Für alle die daran teilnahmen, knüpfen sich daran eine Menge  herrlicher Erinnerungen. Über dieses Zirkelmalen gibt es zwei interessante Abhandlungen in  den Festschriften zum 80. und 85. Stiftungsfest der Bundesbrüder Herbert Steeger v./Wotan und Michael Hanne v./Vaunull.

Mit dem 60. Stiftungsfest 1960 unter der Führung des Seniors Hans Busch v./Mephisto und  AH-Präsiden Heinrich van Kaick v./Amor begann eine Zeit des immer weiter abnehmenden Interesses an den Studentenverbindungen, was sich bei der KTV Ripuaria ab 1962/63  auswirkte. Um Ripuaria für die Studierenden wieder interessanter zu machen, wurde 1967 von sieben Bundesbrüdern unter dem Vorsitz von Bundesbruder Herbert Steeger v./Wotan  der „Studentenhausverein Bingen – Sitz Duisburg – e.V.“ gegründet und mit dem „Haferkasten“, einem historischen Haus „Am Freidhof“ ein eigenes Verbindungshaus geschaffen, mit dem wir in den kommenden Jahren eine Belebung in der Aktivitas erlebten. Große Verdienste an der Schaffung und den Erhalt des Vereinshaus „Haferkasten“ hatten  unsere beiden Bundesbrüder Adolf Dockter v./Ajax und Eugen Nilges v./Armin. Weitere 49 „Alte Herren“ des Studentenhausvereins Bingen hatten ihren finanziellen Anteil an dem eigenen Haus. Die Einweihung des „Haferkastens“ fand im Rahmen des großartigen 65.  Stiftungsfestes statt. Dieses Stiftungsfest mit einem besonders anspruchsvollen  Festcommers, Festakt und Festball in der festlich geschmückten Binger Stadthalle sowie der Hauseinweihung stand nochmal in ganz besonderem Blickpunkt der Binger Öffentlichkeit. Es war ein selten schönes Fest

 

Textfeld: Bild vom Haferkasten ( aus Festschrift 80 Jahre, Seite35) (nur Ausschnitt)


                         Unser historisches Verbindungshaus „Haferkasten“ 1980

  

Ab dem 67. Stiftungsfest 1967 lag das AH-Präsidium in den Händen der Bundesbrüder

Herbert Steeger v./Wotan AHx
Otto Esser v./Stups     AHxx
Heinrich van Kaick v./Amor  AHxxx
Rudolf Mauer v./Stupp  AHxxx  (ab 1968)

Es begann eine bewegte Zeit mit der sogenannten „68er-Generation“. Aufgrund der  Studentenstreiks in ganz Deutschland fielen alle vorgesehenen Veranstaltungen aus, so daß erst 1969/70 wieder der „Normalbetrieb“ einkehrte.

Das Stiftungsfest 1970 war insofern ein besonderes Fest, weil es im großen Rahmen als  Doppel-Stiftungsfest mit der 1957 gegründeten Patenverbindung „KTV Dispargia Duisburg“ zusammen gefeiert wurde. Wie so oft schon vorher fand der abschließende Exbummel nach Oberheimbach im „Krug zum grünen Kranze“ statt. 

1977 wurde das Verbindungshaus „Haferkasten“ umgebaut, die Konstante vom herrlichen  Kellergewölbe ins Erdgeschoß verlegt und im Keller ein Restaurant eingerichtet. Unsere Bundesbrüder Adolf Dockter v./Ajax und Eugen Nilges v./Armin mit ihren Frauen , unsere Couleurdamen Lis Dockter und Magda Nilges übernahmen dann aus finanziellen Gründen unser Haus und ermöglichten so der Aktivitas noch bis 1986 die Konstante zu nutzen. Im  gleichen Jahr wurde der „Studentenhausverein – Sitz Duisburg – e.V.“ nach Erfüllung seiner Aufgabe aufgelöst.

In den Jahren 1972-1977 unter dem AH-Präsiden Walter Zender v./Caligula und 1977-1982  unter dem AH-Präsiden Werner Swietlik v./Jogy  wurden auch mit Unterstützung der sehr aktiven Stammtische Duisburg, Düsseldorf, Frankfurt, Heidelberg, Köln, Saarbrücken und Trier, mit intensiver Keilarbeit viele Studierende für die KTV Ripuaria Bingen gewonnen und das Verbindungsleben, besonders bei den Stiftungsfesten und Ripuarentagen  doch immer wieder ansprechend gestaltet.

Ab 1982 übernahm Bundesbruder Klaus Albinger v./Paris für 10 Jahre die Führung der Verbindung. Von 1982-1987 arbeitete das AH-Präsidium in der Besetzung:

Klaus Albinger v./Paris  AHx 
Manfred Bott v./Roadrunner AHxx
Gerhard Moßmann v./Arcus  AHxxx 

  und von 1987-1992  mit                   

Klaus Albinger v./Paris AHx
Claus Weiler v./Strochus   AHcx
Reiner Millbrodt v./Törn AHxx
Ulrich Sanftenberg v./Quax AHxx (ab1988)
Michaell Hanne v./Vaunull  AHxxx

Auch diese Vorstandsmitglieder hatten, besonders ab 1986, mit dem abnehmenden Interesse der Studierenden an einem Verbindungsleben ihre Sorgen.

Im großen Saal der Stadthalle fand 1985 ein großartiges 85. Stiftungsfest statt und in unserer Konstante im „Haferkasten“ zum letzten Mal ein Generalconvent. Der Haferkasten konnte aus finanziellen Gründen nicht mehr gehalten werden und wurde 1986 an die Stadt Bingen verkauft, die nach langer und teurer Renovierungszeit dort inzwischen u.a. das  „Stefan-George-Museum“ untergebracht hat.   

 

Textfeld: Bild von der Konstante Stefan-George-Strasse¸e ( Original)

 Unsere 3.Konstante im Hause „Stefan-George-Straße 26“

Die Aktivitas übernahm dann 1986 die ehemalige Alemannen-Konstante in der Stefan-George-Straße nahe der Drusus-Brücke. Leider führte der Umzug dazu, daß man zwei  Jahre bis zum Wintersemester 1988/89 keinen Fuchs keilen konnte. In der anschließenden  Periode von 1989 bis 1992 entschlossen sich dann doch noch 13 Studierende „Ripuaren“ zu werden.

Der 1992 erneut zum Altherrenpräside gewählte Bundesbruder Herbert Steeger v./Wotan unternahm dann mit folgender Vorstandsbesetzung  

Herbert Steeger v./Wotan  AHx
Otto Esser v./Stups AHcx
Horst Loeffler v./Tell  AHxx
Michaell Hanne v./Vaunull AHxxx

sowie den Bundesbrüdern Frank Gärtner v./Bobo, Wilhelm Kluthe v./Willem und Lothar Schulze v./Giga  den Versuch, mit neuen Ideen Studenten für Ripuaria zu begeistern. So  wurde 1994 das „Studentenwerk Ripuaria – Verein zur Förderung der Berufsvorbereitung und Weiterbildung –„ in Bingen gegründet. Über viele Semester haben die drei zuletzt genannten  Bundesbrüder, auch schon vorher im sogenannten „Ripuaren-Forum“ sich mit ständigen Aktionen an der Fachhochschule engagiert. Es wurden gut-besuchte Vorträge und Exkursionen durchgeführt, aber Interesse für unser Farbenleben konnte nicht mehr geweckt werden. Die Gründe lagen wohl in dem vielfältigen Angeboten unserer heutigen Gesellschaft, in der Tatsache, daß die Dichte der Fachhochschulen fast nur noch Fahrschüler hervorbringt, die nicht mehr in Bingen wohnen und Zuhause ihren Freundeskreis oder Verein haben. Viele verbringen ihre Freizeit am Computer oder Fernsehen und wissen nicht, wieviel Weiterbildung  fürs Leben eine Studentenverbindung neben der fachlichen Ausbildung bringen kann. Der letzte Keilfuchs wurde dann im Sommersemester 1994 aufgenommen.

Das 95. Stiftungsfest 1995 im vollbesetzten Kulturzentrum der Stadt Bingen war nochmals ein  sehr schönes Fest, aber es war auch ein Fest mit dem Abschied von der Aktivitas. Das in dieser Situation die bereits oben erwähnten, äußerst engagierten Bundesbrüder das Altherrenpräsidium übernahmen verdient hohe Anerkennung. Der neue AH-Vorstand hatte dann folgendes Aussehen:

Lothar Schulze v./Giga AHx
Wilhelm Kluthe v./Willem AHcx
Frank Gärtner v./Bobo  AHxx
Jürgen Waller v./Topspin AHxxx

Auch die Arbeit dieses AH-Vorstandes zu einer Reaktivierung der Aktivitas von 1995 bis zum heutigen Tage führte nicht zu einem Erfolg. Das in 1994 gegründete „Studentenwerk Ripuaria“ wurde am 25.3.2000 wieder aufgelöst.
Wir dürfen uns aber freuen, daß aufgrund des Engagements einiger Bundesbrüder und einzelner Altherren-Stammtische, sowohl nach innen bei den verschiedensten Ripuaren-Festen im Jahr, als auch nach außen im Binger Altherren-Convent und bei der  TCV-Arbeit, vertreten durch unseren Bundesbruder Klaus Albinger v./Paris im Cartellrat und  als Regionalconventspräside Mitte-West, noch Leben in der „KTV Ripuaria Bingen“ ist.

Hoffen wir, daß im neuen Jahrtausend wieder Studenten sich für die Farbenverbindungen und  damit auch für uns begeistern können, und sie dann eine ebenso schöne Zeit und Gemeinschaft wie wir erleben dürfen. 

Herbert Steeger v/Wotan (AHx, AHx )

 

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